Hier erfahren Sie, wie eine Hörgeräteanpassung abläuft, wie die Finanzierung geregelt ist und welche Punkte Sie speziell beachten sollten.

A: Ablauf der Hörgeräte-Anpassung:

Haben Sie sich für eine Hörgeräteversorgung entschieden, müssen Sie sich mit einem speziellen Formular bei der Sozialversicherung (IV für Kinder und Berufstätige oder AHV für Patienten im Rentenalter) anmelden. Die Sozialversicherung erteilt dem Ohrenarzt ihrer Wahl den Auftrag zur Durchführung eines Gutachtens. Hierbei wird anhand der Schwere der Hörstörung abgeklärt, ob die Bedingungen zur Kostenübernahme der zuständigen Versicherung (AHV, IV, Suva, oder MV) erfüllt sind.
Der Hörgeräte-Akustiker berät Sie über die verschiedenen Möglichkeiten, sucht aufgrund ihrer Wünsche für sie ein passendes Hörgerät aus und programmiert es entsprechend ihrem Hörverlust. Testen Sie wenn immer möglich mehrere Geräte um das für Sie optimale Gerät zu finden. Verlangen Sie beim Hörgeräte-Akustiker einen Kostenvoranschlag. Ist die Anpassung abgeschlossen, müssen sie die Rechnung des Akustikers an die IV oder AHV senden, damit Ihnen die entsprechende Pauschale ausbezahlt wird. Erfolgt die Versorgung über die Suva, wird durch den Ohrenarzt überprüft, welche Verbesserungen der Sprachverständlichkeit mit dem Hörgerät erreicht werden.

B: Kosten und Finanzierung

Werden Hörgeräte erstmals vor dem Erreichen des AHV-Alters beansprucht, bezahlt die IV eine fixe Pauschale sofern ein Gesamthörverlust von 20% vorliegt. Die IV bleibt auch leistungspflichtig, wenn man das AHV-Alter erreicht hat (Besitzstandwahrung). Die IV bezahlt bei einseitiger Versorgung eine Pauschale von 840 Franken, bei beidseitiger Anpassung von 1650 Franken. In speziellen Situationen kommt die sog. Härtefallregelung zum Tragen. Im Rahmen der Abklärung bei uns, werden wir Ihnen erklären, wie diese Verfahren abläuft und was sie unternehmen müssen.
Erfolgt die erstmalige Hörgeräteversorgung im AHV-Alter, wird ab einem Gesamthörverlust von 35% durch die AHV eine Pauschale von 630 Franken ausbezahlt. Sollten Sie sich für eine Versorgung entscheiden, welche die Pauschale überschreitet, müssen Sie die zusätzlichen Kosten selber tragen.
Ist im Falle einer Berufs- oder Unfallbedingten Schwerhörigkeit die Suva oder Militärversicherung kostenpflichtig gelten andere Richtlinien. Die Kostenübernahme bei beidseitigem Hörverlust erfolgt ab einem Hörverlust von 15%. Bei einseitiger Schwerhörigkeit werden die Kosten übernommen, wenn auf dem betroffenen Ohr ein Hörverlust von mindestens 25% vorliegt. In der Regel erfolgt eine Standardversorgung, bei einseitiger Anpassung beträgt die Pauschale 1293 Franken, bei beidseitiger Versorgung 2020 Franken. Sind definierte Kriterien erfüllt, wird im Rahmen einer „komplexen Versorgung“ eine höhere Pauschale ausbezahlt, diese beträgt 1865 Franken bei einseitiger und 2972 Franken bei beidseitiger Anpassung.

Weitere hilfreiche Informationen zur Hörgeräteanpassung finden Sie hier:
PDF: AHV, IV und Suva

Informationen zur Härtefallregelung finden Sie hier:
PDF: Härtefall

Tips

  • Lassen Sie sich vom Akustiker einen Kostenvoranschlag (Offerte) unterbreiten. Das teuerste ist nicht immer das beste Hörgerät für Sie.
  • Testen Sie die Hörgeräte in möglichst vielen, unterschiedlichen Alltags-Situationen
  • Halten Sie die Eindrücke und Auffälligkeiten die Sie als störend empfinden, möglichst schriftlich fest und teilen Sie diese dem Akustiker mit, nur so ist es möglich die Hörgeräte optimal einzustellen.
  • Die Anpassungsphase erfordert von Ihnen Geduld und Zeit. Es sind mehrere Konsultationen beim Akustiker nötig.